Plattform-Warnung

meinallianz.com & Co.: BaFin-Warnung zu Festgeld-Angeboten

Von · fachlich geprüft von Dr. Marc Maisch · aktualisiert am

meinallianz.com & Co.: BaFin-Warnung zu Festgeld-Angeboten

Das Wichtigste: Die BaFin hat am 03.11.2026 vor Fest- und Tagesgeldangeboten gewarnt, die von E-Mail-Adressen der Domains meinallianz.com, portalallianz.com und allianzvergleich.com verschickt werden. Nach Auffassung der Behörde bestehe der Verdacht, dass unbekannte Betreiber ohne Erlaubnis Finanzdienstleistungen anbieten. Die Domains wurden laut Registerdaten erst zwischen dem 21.08. und 01.09.2026 angelegt. Eine behördliche Warnung ist keine abschließende Feststellung.

Wichtig – Identitätsmissbrauch: Laut BaFin geben die unbekannten Betreiber vor, ihr Angebot stamme von der Allianz SE mit Sitz in München. Diese Angabe treffe nicht zu; es handele sich um Identitätsmissbrauch. Das echte Unternehmen ist an den Adressen nicht beteiligt und selbst betroffen, sein Name wird demnach ohne sein Zutun verwendet. Nicht verwechseln: Die Adressen meinallianz.com, portalallianz.com und allianzvergleich.com sind nicht mit dem echten Unternehmen zu verwechseln, das nach unserem Kenntnisstand nichts damit zu tun hat. Dieser Beitrag bezieht sich ausschließlich auf diese drei Internetadressen.

meinallianz.com auf einen Blick

Auftritt laut Behörde Absender von Fest- und Tagesgeldangeboten per E-Mail, der sich als Unternehmen mit Sitz in München ausgibt
Domain meinallianz.com
Weitere Domains laut Behörde portalallianz.com, allianzvergleich.com
Behörde und Datum BaFin, 03.11.2026
Rechtsgrundlage laut Behörde § 37 Absatz 4 Kreditwesengesetz (KWG)
Domains registriert meinallianz.com am 21.08.2026, portalallianz.com am 31.08.2026, allianzvergleich.com am 01.09.2026 (Registerdaten des Registers Verisign)
Website erreichbar keine der drei Adressen am 03.11.2026 aufrufbar
Beworbenes Angebot Festgeld und Tagesgeld (Angabe der BaFin)
Stand 03.11.2026, zuletzt geprüft am 03.11.2026

Die Registerdaten stammen aus der öffentlichen Abfrage (RDAP) des Registers Verisign. „clientHold“ ist eine Sperre, die der Registrar, also die Registrierungsstelle der Domain, setzt: Die Adresse wird dann im Internet nicht mehr aufgelöst.

Wovor warnt die BaFin bei meinallianz.com?

Die BaFin warnt vor Fest- und Tagesgeldangeboten, die von E-Mail-Adressen mit den Domains @meinallianz.com, angebote@portalallianz.com und angebote@allianzvergleich.com versendet werden. Die Behörde stützt sich auf § 37 Absatz 4 KWG, nennt keine Betreiber, weil diese unbekannt sind, und stellt fest, dass die Angabe, das Angebot stamme von dem genannten Münchner Unternehmen, nicht zutreffe. Genannt werden ausschließlich Absenderadressen, keine Website.

Wie verlief die Zeit von der Registrierung bis zur Warnung?

Alle drei Adressen entstanden innerhalb von elf Tagen und nutzen Nameserver desselben Anbieters (Cloudflare). Die Zeitleiste nach den Registerdaten:

Datum Ereignis Abstand
21.08.2026 meinallianz.com wird registriert Beginn
24.08.2026 Registereintrag von meinallianz.com wird geändert; erstes Zertifikat im selben Zeitraum 3 Tage nach der Registrierung
31.08.2026 portalallianz.com wird registriert 10 Tage nach der ersten Domain
01.09.2026 allianzvergleich.com wird registriert 11 Tage nach der ersten Domain
27.10.2026 Registereintrag von allianzvergleich.com wird geändert; Status „clientHold“ 56 Tage nach der Registrierung
03.11.2026 BaFin-Warnung 7 Tage nach der Änderung; 74, 64 bzw. 63 Tage nach den Registrierungen

Was zeigt die technische Prüfung der drei Adressen?

Am 03.11.2026 ergab unsere Prüfung folgendes Bild:

  • Kein Webauftritt: Bei keiner der drei Adressen ließ sich eine Website aufrufen; der Aufruf scheiterte schon bei der Namensauflösung. Bei allianzvergleich.com trägt das Register den Status „clientHold“. Zum Inhalt früherer Seiten können wir nichts sagen.
  • Zertifikate: Die öffentlichen Zertifikatsprotokolle verzeichnen für meinallianz.com Zertifikate vom 24. und 26.08.2026, für portalallianz.com vom 31.08. und 06.09.2026 sowie für allianzvergleich.com vom 01.09. und 02.10.2026. Ein Zertifikat belegt nur, dass die Adresse einmal für verschlüsselte Verbindungen eingerichtet wurde.
  • E-Mail-Einrichtung: meinallianz.com ist mit einem E-Mail-Dienst von Namecheap (PrivateEmail) verbunden, portalallianz.com mit einem Mailserver bei Google. Für allianzvergleich.com ist aktuell nichts eingetragen. Bei keiner der drei Adressen fanden wir eine DMARC-Richtlinie, die Maßnahmen bei gefälschten Absendern vorgibt.
  • Internet Archive: Zu keiner der drei Adressen gibt es Aufnahmen.

Was fällt in diesem Fall auf?

  1. Drei Domains in elf Tagen: Die Adressen wurden kurz nacheinander registriert und nutzen alle Nameserver desselben Anbieters.
  2. Wenige Wochen bis zur Warnung: Zwischen Registrierung und BaFin-Mitteilung liegen weniger als drei Monate.
  3. Nur E-Mail, kein eigener Auftritt: Die BaFin nennt Absenderadressen, und die technische Prüfung findet keine erreichbare Website.
  4. Unterschiedliche Mail-Anbieter: Zwei der Domains hängen an verschiedenen E-Mail-Diensten; Rückschlüsse auf die Betreiber lassen sich daraus nicht ziehen.
  5. Änderung kurz vor der Warnung: Der Registereintrag von allianzvergleich.com wurde eine Woche vor der Mitteilung geändert. Wer das veranlasst hat, geht aus den Daten nicht hervor.

Woran erkennen Betroffene solche E-Mails?

Absender, die den Namen eines bekannten Unternehmens mit Zusätzen wie „mein“, „portal“ oder „vergleich“ kombinieren und auf .com enden, gehören nicht automatisch zu diesem Unternehmen. Im Zweifel hilft der direkte Aufruf der bekannten Internetseite des Unternehmens statt eines Links aus der E-Mail.

Typische Warnsignale bei Online-Investments
  • ein Zinsangebot per E-Mail von einer Adresse, die vom Namen des Unternehmens abweicht
  • ein Absender mit Zusatz wie „angebote“ und ungewöhnlicher Domain
  • Festgeld- oder Tagesgeldangebote, bei denen ein Konto bei einem unbekannten Institut eröffnet werden soll

Was sollten Betroffene von meinallianz.com jetzt tun?

Wer auf eine solche E-Mail geantwortet oder ein Formular ausgefüllt hat, sollte keine Überweisung mehr leisten und keine Ausweisdaten nachreichen.

  1. Belege sichern: E-Mails mit vollständigem Absender und Kopfzeilen, Screenshots, Überweisungsbelege.
  2. Bank informieren, falls bereits Geld überwiesen wurde, um einen Rückruf zu bitten, und Anzeige bei der Polizei erstatten.
  3. Kryptozahlungen nachverfolgen lassen: Zahlungen in Kryptowährungen lassen sich auf der Blockchain nachverfolgen; eine Rückzahlung kann aber niemand zusagen.

Wir prüfen Ihren Fall

IT-Forensiker Timo Züfle und Rechtsanwalt Dr. Marc Maisch im Gespräch

Solche Fälle sind schwierig, weil die Absender unbekannt sind und die Betreiber im Verborgenen handeln. Unser Team um IT-Forensiker Timo Züfle und Rechtsanwalt Dr. Marc Maisch prüft Ihre Unterlagen im Einzelfall und bietet eine kostenlose Ersteinschätzung. Über Erfolgsaussichten lässt sich erst danach sprechen. Es gibt keine Erfolgsgarantie, auch nicht bei uns.

Weitere Beiträge zu Identitätsmissbrauch bei Festgeld- und Tagesgeldangeboten: check24group.com.de und zwei weitere: BaFin-Warnung, marsh-ltd.com: BaFin-Warnung wegen Identitätsdiebstahl, Festgeldlotse (festgeldlotse.de): Warnung und Hinweise und Bestzins (bestzins.net): Erfahrungen und Hinweise.

Häufige Fragen zu meinallianz.com

Steckt hinter meinallianz.com das echte Unternehmen?

Nach den Angaben der BaFin nicht. Die Behörde spricht von Identitätsmissbrauch und hält fest, dass die Angabe der Betreiber, das Angebot stamme von dem Münchner Unternehmen, nicht zutreffe.

Warum lässt sich keine der drei Adressen aufrufen?

Die Adressen sind nach unserer Prüfung am 03.11.2026 nicht auflösbar, bei allianzvergleich.com steht der Status auf „clientHold“. Eine fehlende Website bedeutet nicht, dass keine E-Mails mehr im Umlauf sind, die diese Absender bereits verschickt haben.

Kann ich eine E-Mail von diesen Domains einfach ignorieren?

Wer nicht geantwortet und keine Daten eingegeben hat, kann die E-Mail löschen oder bei der BaFin melden. Wer reagiert hat, sollte die Belege sichern. Eine Rückzahlung kann niemand zusagen.

Sie möchten Ihren Fall prüfen lassen? Schildern Sie uns den Sachverhalt über das Kontaktformular am Ende dieser Seite. Die Ersteinschätzung ist kostenlos und unverbindlich.

Hinweis: Dieser Beitrag beruht auf Veröffentlichungen der BaFin, auf öffentlich zugänglichen Registrierungs- und Zertifikatsdaten und auf eigenen technischen Prüfungen. Er stellt keine Tatsachenbehauptung über die Betreiber dar. Sollten Sie als Betreiber oder Beteiligter Angaben für unzutreffend halten, nehmen wir Ihre Stellungnahme gern über unsere Kontaktseite entgegen und prüfen eine Korrektur.

Quellen: BaFin-Warnung vom 03.11.2026, Registerdaten des Registers Verisign (RDAP-Abfrage am 03.11.2026), öffentliche DNS- und Zertifikatsabfragen sowie Abrufprüfungen am 03.11.2026. Stand: 03.11.2026, zuletzt geprüft am 03.11.2026.

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