Plattform-Warnung

Scandiportalen (scandiportalen.com): Hinweise

Von · fachlich geprüft von Dr. Marc Maisch · aktualisiert am

Scandiportalen (scandiportalen.com): Hinweise

Wer von einer Firma namens Scandiportalen über die Website scandiportalen.com angesprochen wurde, sollte die Situation sorgfältig prüfen. Seit September 2026 liegt uns die Schilderung eines Betroffenen vor, der nach eigenen Angaben von Mitarbeitern dieses Anbieters unter Zeitdruck aufgefordert wurde, ein angebliches Konto zu schließen und Geld zu „transferieren“.

In diesem Beitrag fassen wir zusammen, was öffentlich bekannt ist und was uns berichtet wurde. Die Schilderung beruht auf einem einzelnen Bericht und ist daher nur eingeschränkt verallgemeinerbar. Ob im Einzelfall tatsächlich ein Betrug vorliegt, lässt sich nur anhand der konkreten Unterlagen beurteilen.

Scandiportalen (scandiportalen.com) auf einen Blick

Name Scandiportalen
Website scandiportalen.com, Anmeldebereich unter live.scandiportalen.com (zum Zeitpunkt unserer Prüfung im Oktober 2026 erreichbar)
Domain registriert 30. März 2026 (laut öffentlichen Registrierungsdaten)
Behördenhinweis keine Warnung einer Finanzaufsicht gefunden (Stand: Oktober 2026)
Meldungen bei uns seit September 2026
Beschriebener Ablauf nach Angaben eines Betroffenen unerwartete Anrufe und Sprachnachrichten, angebliche Kontoschließung mit Frist, Zugangslink zu einem „Handelskonto“

Die Website präsentiert sich als „International asset management“ mit Gründung „in den Nordics“ im Jahr 2016 und wirbt mit einer sechsstelligen Zahl aktiver Kunden in Europa. Als Anschrift wird in E-Mails, die uns vorliegen, eine Adresse in Zürich genannt. Auffällig ist der Widerspruch zu den Registrierungsdaten: Die Domain scandiportalen.com wurde laut öffentlichen Daten erst im März 2026 angelegt. Ein Impressum mit überprüfbarer Firmenadresse oder eine Zulassung konnten wir nicht finden.

Wichtig zur Abgrenzung: Es gibt Hotels, Unternehmen und Produkte mit ähnlich klingenden Namen, etwa mit „Scandic“ oder „Portalen“ im Namen. Eine Verbindung zwischen diesen und der Website scandiportalen.com ist uns nicht bekannt. Dieser Beitrag bezieht sich ausschließlich auf das Angebot unter scandiportalen.com.

Was Behörden und Verbraucherschützer sagen

Eine Warnung einer Finanzaufsicht zu scandiportalen.com haben wir nicht gefunden. Geprüft haben wir per Websuche und anhand der öffentlich zugänglichen Warnlisten unter anderem Veröffentlichungen von BaFin, FMA, FINMA, CNMV, AFM, CONSOB, FCA und Finanstilsynet sowie die Datenbank der IOSCO (Stand: Oktober 2026). Auch auf der Watchlist Internet war zum Zeitpunkt unserer Prüfung kein Eintrag auffindbar. Das bedeutet weder, dass das Angebot zugelassen ist, noch, dass ein Fehlverhalten feststeht. Aufsichtsbehörden und Verbraucherplattformen veröffentlichen Warnungen häufig erst mit zeitlichem Abstand, und gerade neue Domains sind oft noch nicht erfasst.

Was ein Betroffener berichtet

Die Schilderung, die uns erreicht hat, geben wir hier zusammengefasst, ohne persönliche Angaben und ohne eigene Bewertung des Einzelfalls wieder.

Unerwarteter Kontakt zu einem „Konto“

Der Betroffene berichtet, er sei seit einiger Zeit wiederholt von einer Person kontaktiert worden, die sich auf Scandiportalen berufen habe. Sie habe ihn auf ein angebliches Konto hingewiesen, ohne dass für ihn erkennbar gewesen sei, bei welchem Portal dieses geführt werde. Der Betroffene hatte nach eigenen Angaben bereits zuvor Geld in ein anderes Online-Angebot eingezahlt und nicht wieder ausgezahlt bekommen.

Frist und Hinweis auf das Geldwäschegesetz

Nach der Schilderung sei mitgeteilt worden, das Konto müsse bis zu einem bestimmten Stichtag geschlossen werden, andernfalls werde der Vorgang wegen des Geldwäschegesetzes an Behörden weitergegeben. Solche Fristen und Hinweise auf Behörden werden von Verbraucherschützern als typisches Mittel beschrieben, um Druck aufzubauen.

Per Sprachnachricht sei angekündigt worden, dass ein Link zugesandt werde, über den der Betroffene Zugriff auf das Konto erhalte, um das Geld zu „transferieren“. Später sei per E-Mail ein „Direktzugang“ zu einem Handelskonto übermittelt worden, mit Verweis auf ein kurz zuvor geführtes Telefonat. Die E-Mail sei von einem angeblichen „Senior Analyst“ des Unternehmens unterzeichnet gewesen. Ob hinter dem Zugang ein tatsächliches Guthaben steht, ist nicht bekannt.

Kontakt hingehalten, keine weiteren Zahlungen

Der Betroffene schildert, er sei mit der Situation überfordert gewesen und habe befürchtet, erneut betrogen zu werden. Er habe den Kontakt hingehalten, ohne weitere Zahlungen zu leisten. Es ist nicht bekannt, ob sich bei Scandiportalen Zahlungsaufforderungen anschließen sollten. Aus der Praxis von Verbraucherschützern ist jedoch bekannt, dass Personen, die bereits Geld verloren haben, besonders häufig erneut kontaktiert werden, etwa mit dem Versprechen, das Geld könne gegen Gebühren oder Steuern freigegeben werden.

Allgemeine Warnsignale

Unabhängig vom konkreten Anbieter raten Verbraucherschützer und Aufsichtsbehörden bei folgenden Merkmalen zu besonderer Vorsicht:

Typische Warnsignale bei Online-Investments
  • unaufgeforderte Anrufe, Sprachnachrichten oder E-Mails zu einem „Konto“, das man gar nicht kennt
  • Fristen und Drohungen, etwa mit dem Geldwäschegesetz oder Behörden, um schnellen Handlungsdruck zu erzeugen
  • Links mit Zugangs-Token, über die man sich ohne eigenes Passwort in ein „Handelskonto“ einloggen soll
  • Firmenangaben, die nicht zu den Registrierungsdaten passen, etwa Gründungsjahr 2016 bei einer Domain von 2026
  • Aufforderung, Guthaben zu „transferieren“ oder Gebühren, Steuern oder Kautionen vorab zu zahlen
  • fehlendes Impressum, keine überprüfbare Zulassung bei BaFin, FMA oder FINMA
  • erneute Kontaktaufnahme, nachdem man bereits Geld bei einem anderen Anbieter verloren hat

Seriöse Anbieter drohen nicht mit Behörden, um Geld zu erhalten, und verrechnen Gebühren üblicherweise mit dem Guthaben statt über eine separate Vorabzahlung.

Was Sie tun können, wenn Sie betroffen sind

  1. Keine weiteren Zahlungen leisten, auch nicht für angebliche Gebühren, Steuern, „Freischaltungen“ oder „Verifizierungen“, und die Forderung unabhängig prüfen lassen.
  2. Den Kontakt beenden. Keine Fernwartungssoftware wie AnyDesk oder TeamViewer installieren und keine Zugangsdaten oder Ausweiskopien herausgeben.
  3. Unterlagen sichern: Kontoauszüge, Überweisungsbelege, Krypto-Transaktionen (Wallet-Adressen, Transaktions-IDs), E-Mails, Chatverläufe, Telefonnummern und Screenshots der Plattform.
  4. Die eigene Bank und gegebenenfalls die genutzte Kryptobörse informieren und den Vorgang schildern.
  5. Gegebenenfalls Anzeige erstatten bei der Polizei oder der Online-Wache Ihres Bundeslandes.
  6. Vorsicht vor angeblichen Helfern, die ungefragt Kontakt aufnehmen und gegen Vorkasse eine Rückholung in Aussicht stellen.

Wir prüfen Ihren Fall

IT-Forensiker Timo Züfle und Rechtsanwalt Dr. Marc Maisch im Gespräch

Fälle dieser Art sind in der Regel schwierig und oft langwierig: Die Verantwortlichen sitzen häufig im Ausland, Zahlungen laufen über mehrere Stationen, Zahlungsdienstleister und Kryptowährungen, und nicht immer lässt sich nachvollziehen, wo das Geld geblieben ist. Jeder Fall ist anders. Ob und welche Schritte sinnvoll sind, hängt vom konkreten Sachverhalt ab. Unser Team um IT-Forensiker Timo Züfle und Rechtsanwalt Dr. Marc Maisch prüft Ihre Unterlagen im Einzelfall und gibt Ihnen eine kostenlose Ersteinschätzung. Eine Aussage über Erfolgsaussichten ist erst nach dieser Prüfung möglich. Generell gilt: Es gibt in solchen Fällen keine Erfolgsgarantie, auch nicht bei uns.

Weitere Beiträge zu ähnlichen Themen: Truof (truof.com): Erfahrungen und Hinweise und Alpinenova (alpinenova.io): Erfahrungen und Hinweise.

Häufige Fragen zu Scandiportalen

Ist scandiportalen.com seriös?

Das können wir nicht abschließend beurteilen. Eine Warnung einer Finanzaufsicht haben wir nicht gefunden. Allerdings ist die Domain nach den Registrierungsdaten sehr jung, wir konnten keine Zulassung finden, und uns liegt eine Schilderung zu Druck mit Fristen und Behördendrohung vor. Wir empfehlen daher große Vorsicht.

Mir wurde mit dem Geldwäschegesetz gedroht. Muss ich ein Konto schließen?

Wir empfehlen, auf solche Aufforderungen nicht einzugehen, ohne zuvor unabhängigen Rat einzuholen. Behörden fordern Bürger in der Regel nicht per Sprachnachricht auf, Geld über einen Zugangslink eines Unternehmens zu transferieren. Klicken Sie nicht auf unbekannte Links und geben Sie keine Zugangsdaten heraus.

Ich wurde schon einmal geschädigt und nun erneut kontaktiert. Ist das ein Zufall?

Das lässt sich im Einzelfall nicht sagen. Verbraucherschützer berichten jedoch, dass Betroffene häufiger erneut kontaktiert werden, etwa mit dem Angebot, Guthaben freizugeben oder Geld zurückzuholen. Vorsicht ist besonders geboten, wenn dafür Gebühren oder Vorabzahlungen verlangt werden.

Kann ich mein Geld zurückbekommen?

Das hängt vom konkreten Sachverhalt ab und lässt sich pauschal nicht beantworten. Solche Fälle sind schwierig, und eine Rückzahlung kann niemand seriös zusagen. Es gibt keine Erfolgsgarantie. Hilfreich ist in jedem Fall, Unterlagen frühzeitig zu sichern.

Sie möchten Ihren Fall prüfen lassen? Schildern Sie uns den Sachverhalt über das Kontaktformular am Ende dieser Seite. Die Ersteinschätzung ist kostenlos und unverbindlich.

Hinweis: Dieser Beitrag beruht auf öffentlich zugänglichen Informationen und auf Schilderungen von Betroffenen, die wir nicht im Einzelnen überprüfen konnten. Er stellt keine Tatsachenbehauptung über den Anbieter dar. Sollten Sie als Betreiber oder Beteiligter Angaben für unzutreffend halten, nehmen wir Ihre Stellungnahme gern über unsere Kontaktseite entgegen und prüfen eine Korrektur.

Quellen: Prüfung der Veröffentlichungen von BaFin, FMA, FINMA, CNMV, AFM, CONSOB, FCA und Finanstilsynet sowie der IOSCO I-SCAN (kein Eintrag gefunden), Domain-Registrierungsdaten (RDAP Verisign), Schilderung eines Betroffenen (anonymisiert). Stand: Oktober 2026.

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