Plattform-Warnung

zeols.com / hoespl.com: Erfahrungen und Hinweise

Von · fachlich geprüft von Dr. Marc Maisch · aktualisiert am

zeols.com / hoespl.com: Erfahrungen und Hinweise

Das Wichtigste: Eine Finanzaufsicht hat nach unseren Recherchen bislang nicht vor zeols.com und hoespl.com gewarnt. Seit dem 5. Oktober 2026 liegen uns jedoch Schilderungen von zwei verschiedenen Personen vor: Nach Einzahlungen über eine Kryptobörse sei eine Auszahlung jeweils an weitere Zahlungen geknüpft worden. Beide Adressen lieferten am 17. Oktober 2026 dieselbe Software. Das sind zwei Einzelmeldungen, keine Feststellung.

zeols.com / hoespl.com auf einen Blick

Plattform (laut Website) „Crypto Currency“ (Seitentitel; ein Firmenname ist nicht erkennbar)
Domains zeols.com und hoespl.com
Weitere Domains mit identischer Software dkmrs.com und weoocf.com (Befund vom 17.10.2026)
Behördenwarnung keine gefunden (BaFin, FMA, FINMA, IOSCO, Watchlist Internet; geprüft am 17.10.2026)
Domain registriert (RDAP) zeols.com am 21.07.2026; hoespl.com am 19.09.2026, im Zertifikatsprotokoll aber schon seit 23.11.2025 nachweisbar
Website erreichbar beide ja, geprüft am 17.10.2026: Anmeldeseite ohne Impressum
Meldungen bei uns 2 Personen, am 5. und 10.10.2026; beide verweisen auf hoespl.com, eine auch auf zeols.com
Beschriebenes Angebot Nebenjob mit „Likes“ für Hotels und Produkte, später „Aufgaben“ gegen Einzahlung
Stand 17.10.2026, zuletzt geprüft am 17.10.2026

Was ist über zeols.com und hoespl.com bekannt?

Öffentlich nachvollziehbar ist vor allem, dass beide Adressen am 17. Oktober 2026 nur eine Anmeldemaske zeigen, ohne Angaben zum Betreiber. Die Registrierungsdaten stammen aus RDAP, dem öffentlichen Auskunftsdienst für Domains. Zusammen mit den Schilderungen ergibt sich diese Zeitleiste:

  • 23. November 2025: Im Zertifikatsprotokoll (Certificate Transparency, ein öffentliches Verzeichnis ausgestellter Sicherheitszertifikate) erscheint erstmals ein Zertifikat für hoespl.com, 300 Tage vor der RDAP-Registrierung. Das könnte darauf hindeuten, dass die Adresse schon einmal genutzt und später neu registriert wurde.
  • 21. Juli 2026: zeols.com wird registriert. Zwei Sekunden zuvor wurde zeoloa.com angelegt, zu dem wir bereits berichtet haben.
  • Anfang September 2026: erster Kontakt der ersten Person, rund sieben Wochen nach der Registrierung.
  • 9. bis 28. September 2026: fünf Einzahlungen der ersten Person.
  • 19. September 2026: hoespl.com wird registriert, 60 Tage nach zeols.com und mitten in der Phase der Einzahlungen.
  • 5. Oktober 2026: erste Meldung bei uns, 76 Tage nach der Registrierung von zeols.com.
  • 9. Oktober 2026: Ein Screenshot der zweiten Person zeigt laut Dateiname an diesem Tag hoespl.com in der Adresszeile, 20 Tage nach der Registrierung.
  • 10. Oktober 2026: zweite Meldung bei uns, 21 Tage nach der Registrierung von hoespl.com.
  • 13. Oktober 2026: gemeinsamer Änderungszeitstempel der Programmdateien mehrerer Adressen (siehe unten).

Zum Website-Befund: zeols.com und hoespl.com zeigen am 17. Oktober 2026 eine Seite mit dem Titel „Crypto Currency“. Sichtbar sind nur Eingabefelder für Konto und Passwort sowie die Schaltflächen „Anmelden“ und „Zur Registrierung“. Angaben zu Betreiber, Anschrift, Produkt, Gebühren oder Lizenz fehlen. Beide Adressen laden dieselben zwei Programmdateien mit gleicher Prüfsumme und dem Änderungszeitstempel 13. Oktober 2026, 09:08 Uhr (GMT). Dasselbe gilt für dkmrs.com und weoocf.com.

Hat eine Behörde vor zeols.com und hoespl.com gewarnt?

Nein, jedenfalls haben wir bis zum 17. Oktober 2026 keine Warnung gefunden. Wir haben die Veröffentlichungen von BaFin, FMA, FINMA und IOSCO sowie die Liste der Watchlist Internet nach beiden Adressen durchsucht, ohne Treffer. Das bedeutet weder, dass das Angebot zugelassen ist, noch, dass ein Fehlverhalten feststeht: Warnungen erscheinen oft erst mit Abstand. Zugelassene Anbieter führt die BaFin in ihrer Unternehmensdatenbank, die jeder selbst abfragen kann.

Was berichten zwei Betroffene über zeols.com und hoespl.com?

Beide beschreiben einen ähnlichen Ablauf: kleine Auszahlungen für „Likes“, danach Einzahlungen und immer neue Forderungen, bevor etwas ausgezahlt werde. Wir geben die Schilderungen ohne persönliche Angaben und ohne eigene Bewertung wieder. Zur ersten liegen uns Chatverläufe und eine Zahlungsübersicht vor, zur zweiten Screenshots.

Erste Schilderung (5.10.2026) Zweite Schilderung (10.10.2026)
Genannte Adresse zeols.com und hoespl.com hoespl.com (Screenshot)
Kontaktweg soziales Netzwerk, dann Messenger; später Telegram-Gruppe, telefoniert worden sei nie Telegram-Gruppe, Aufgaben per Foto an eine als „Lehrer“ bezeichnete Kontaktperson
Einstieg einstellige Eurobeträge für „Likes“, danach „Händleraufgaben“ mit Einzahlung einstellige Eurobeträge für „Likes“ auf Hotels, danach „kleine Summe“ einzahlen
Gesamt (Spanne) zwischen 30.000 und 50.000 Euro zwischen 5.000 und 10.000 Euro
Zahlungsart Kauf von Kryptowährung bei einer Kryptobörse, Übertragung an die Plattform Einzahlung auf ein selbst angelegtes „Arbeitskonto“, nach Anleitung Umwandlung in Bitcoin bei einer Kryptobörse
Hürde bei der Auszahlung Kontosperre, „Aktivierung“ gegen Zahlung, zwei Bankkonten, angeblich unzureichende „Bonität“ „Missgeschick“ mit „Reparaturauftrag“ gegen Zahlung, danach weitere Forderung zum „Freimachen“ des Kontos
Erreichbarkeit nicht angegeben Seite sei abends nach 20 Uhr nicht mehr erreichbar gewesen (von uns nicht geprüft)

Nach der ersten Schilderung funktionierte die erste Auszahlung noch, danach habe das Konto wegen eines angeblichen Fehlers als gesperrt gegolten. Für die „Aktivierung“ habe die Person bereits „erarbeitetes“ Guthaben erneut einzahlen sollen, mit der Zusage, danach ausgezahlt zu werden. Später seien zwei Bankkonten und Ausweisdaten verlangt worden, dann eine weitere „Reparaturaufgabe“, weil die Bonität nicht reiche. Namen von Vorgesetzten seien unter Verweis auf Datenschutz nicht genannt worden.

Die zweite Person schildert eine Forderung im vierstelligen Bereich für einen „Reparaturauftrag“, danach eine weitere in ähnlicher Höhe, damit das „Arbeitskonto“ freigegeben werde; dann solle ein Mehrfaches der bisherigen Einzahlungen ausgezahlt werden. Der Screenshot vom 9. Oktober 2026 zeigt nach der Anmeldung auf hoespl.com einen Kontostand im fünfstelligen Bereich sowie die Menüpunkte „Abheben“, „Auszahlungsprotokoll“ und „Meine Bestellungen“. Beide Personen geben an, für die Einzahlungen einen Kredit aufgenommen zu haben.

Was fällt bei zeols.com und hoespl.com auf?

  1. Eine Software, vier Adressen: zeols.com, hoespl.com, weoocf.com und dkmrs.com liefern identische Programmdateien. Das könnte für einen gemeinsamen Baukasten oder Betreiber sprechen. Ob dahinter dieselben Personen stehen, wissen wir nicht.
  2. Gleiche Nameserver: zeols.com, zeoloa.com, hoespl.com und weoocf.com nutzen dasselbe Nameserver-Paar bei Cloudflare, also dieselben Server für die Zuordnung der Adresse. Solche Paare werden meist je Kundenkonto vergeben, was auf eine gemeinsame Verwaltung hindeuten könnte.
  3. Zwei Personen, ein Ablauf: Beide schildern „Likes“, Einzahlung, einen angeblichen Fehler und eine Forderung zur Behebung. Ein Zusammenhang zwischen den Personen ist uns nicht bekannt.
  4. Nachgeschobene Domain: hoespl.com entstand mitten in der Einzahlungsphase der ersten Person; deren letzte Einzahlung, höher als alle vorherigen zusammen, folgte nach der Registrierung.

Woran erkennen Betroffene ähnliche Angebote?

Bei Online-Jobs, für die vorab Geld zu zahlen ist, ist Vorsicht geboten. Aus diesen Fällen ergeben sich konkrete Punkte:

Typische Warnsignale bei Online-Investments
  • „Aufgaben“, bei denen erst eigenes Geld eingezahlt werden soll, nachdem kleine Beträge für „Likes“ ausgezahlt wurden
  • ein Fehler, der nur mit einem „Reparaturauftrag“ gegen weitere Zahlung behoben werden könne
  • ein „Arbeitskonto“, das selbst angelegt und über eine Kryptobörse gefüllt werden soll
  • die Forderung nach Bankdaten oder Ausweisdokumenten für ein „Auszahlungskonto“
  • Verweis auf Datenschutz, sobald nach Verantwortlichen oder Vertragsunterlagen gefragt wird

Was sollten Betroffene von zeols.com und hoespl.com jetzt tun?

  1. Keine „Aktivierungs-“, „Reparatur-“ oder „Bonitätszahlung“ leisten und dafür keinen Kredit aufnehmen. Nach beiden Schilderungen folgte auf eine solche Zahlung die nächste Forderung. Das angezeigte Guthaben lässt sich nur auf der Plattform selbst sehen.
  2. Bank informieren, wenn Konto- oder Ausweisdaten übermittelt wurden. Zugangsdaten sollten geändert und Auskünfte bei Auskunfteien wie der SCHUFA im Blick behalten werden, weil Missbrauch der Daten möglich ist.
  3. Belege sichern und anzeigen: Telegram- und WhatsApp-Chats, den Verlauf bei der Kryptobörse mit den Übertragungen sowie Screenshots der Plattform. Anzeige bei der Polizei erstatten. Vorsicht vor Angeboten, die ungefragt eine Rückholung gegen Vorkasse versprechen.

Wir prüfen Ihren Fall

IT-Forensiker Timo Züfle und Rechtsanwalt Dr. Marc Maisch im Gespräch

Fälle wie dieser sind schwierig und oft langwierig, weil Verantwortliche im Ausland sitzen und Zahlungen über mehrere Stationen laufen. Unser Team um IT-Forensiker Timo Züfle und Rechtsanwalt Dr. Marc Maisch prüft Ihre Unterlagen im Einzelfall und bietet eine kostenlose Ersteinschätzung. Über Erfolgsaussichten lässt sich erst danach sprechen. Es gibt keine Erfolgsgarantie, auch nicht bei uns.

Weitere Beiträge zu ähnlichen Abläufen: Zeoloa (zeoloa.com): Erfahrungen und Hinweise, Crypto Currency (dkmrs.com): Erfahrungen und Hinweise und Truof (truof.com): Erfahrungen und Hinweise.

Häufige Fragen zu zeols.com und hoespl.com

Gehören zeols.com und hoespl.com zusammen?

Einiges spricht dafür, gesichert ist es nicht. Die erste Person nannte beide Adressen als Zugang, die zweite nur hoespl.com. Am 17. Oktober 2026 lieferten beide dieselbe Anmeldeseite mit identischen Programmdateien, registriert wurden sie am 21. Juli und am 19. September 2026. Wer jeweils dahintersteht, ist nicht bekannt.

Ich soll für eine „Aktivierung“ oder einen „Reparaturauftrag“ zahlen. Ist das üblich?

In beiden uns vorliegenden Schilderungen folgte auf die erste Zusatzzahlung keine Auszahlung, sondern die nächste Forderung. Verbraucherschützer werten Vorabzahlungen für Auszahlungen als typisches Warnsignal, da Gebühren üblicherweise mit dem Guthaben verrechnet werden. Klären Sie eine solche Forderung deshalb zuerst unabhängig, etwa mit Ihrer Bank, bevor Sie erneut zahlen.

Lässt sich nachvollziehen, wohin Einzahlungen über eine Kryptobörse geflossen sind?

Übertragungen von Kryptowährungen sind auf der Blockchain öffentlich einsehbar. Wie weit sich ein Weg verfolgen lässt und ob daraus etwas folgt, hängt vom Einzelfall ab. Solche Fälle sind schwierig, eine Erfolgsgarantie gibt es nicht.

Sie möchten Ihren Fall prüfen lassen? Schildern Sie uns den Sachverhalt über das Kontaktformular am Ende dieser Seite. Die Ersteinschätzung ist kostenlos und unverbindlich.

Hinweis: Dieser Beitrag beruht auf den Schilderungen zweier betroffener Personen, die wir nicht im Einzelnen überprüfen konnten, und auf öffentlich zugänglichen Informationen. Er stellt keine Tatsachenbehauptung über den Anbieter dar. Sollten Sie als Betreiber oder Beteiligter Angaben für unzutreffend halten, nehmen wir Ihre Stellungnahme gern über unsere Kontaktseite entgegen und prüfen eine Korrektur.

Quellen: Domain-Registrierungsdaten (RDAP Verisign zeols.com, hoespl.com, zeoloa.com, weoocf.com, dkmrs.com), öffentliches Zertifikatsprotokoll (crt.sh hoespl.com), eigene Abrufe der Websites am 17.10.2026, IOSCO I-SCAN (kein Eintrag gefunden), Schilderungen zweier betroffener Personen (anonymisiert). Stand: 17.10.2026, zuletzt geprüft am 17.10.2026.

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